Führungen

Von April bis Oktober regelmäßig an jedem 3. Sonntag im Monat nach der "Kirche im Grünen" gegen 11.45 Uhr, Dauer ca. 1 Std. 

Für interessierte Gruppen (Geburtstage, Hochzeiten, Jahrgänge, Jubiläen, Ausflüge, Schulklassen, Firmenveranstaltungen, etc.) bieten wir auch Führungen nach Vereinbarung an.
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Exkursion zu den ehemaligen Burgen im Tiefenbachtal (Bol, Mansberg, Tiefenbach) am 02.04.2011

Die heute abgegangenen Dettinger Burgen waren Gründungen von Niederadeligen aus der Zeit des ausgehenden 13. Jahrhunderts, die Besitz und Rechte von ihren hochadeligen Herren als Lehen erhalten hatten und ihnen dafür als ritterliche Dienstmannen zur Verfügung stehen mußten. Ihre Burgen auf damals nicht mit Wald überzogenem, sondern gerodetem Land sollten ihnen als standesgemäßer Wohnsitz dienen. Deshalb gehörten zwar kleine, aber eben eigene Herrschaftsbereiche dazu, so z.B. insgesamt knapp 600 ha Land, 13 Bauernhöfe und mehrere Fischteiche, von denen heute nur noch der mächtige Damm des Tiefenbacher Sees gut zu sehen ist – wenn man weiß, wo man ihn im Wald suchen muß! Diese Adelssitze, „ohnehin mehr Wirtschaftshöfe als Burgen", konnten sich jedoch nur etwa 150 Jahre halten und konnten den Niedergang ihrer Besitzer nicht aufhalten. So sind heute darüber nur noch wenige schriftliche Unterlagen erhalten und – trotz des Waldes, der alle Anlagen überdeckt, so daß sie in der Vegetationsphase nur sehr schwer zu entdecken sind – immer noch eindrucksvolle Reste ihrer Burgen. Dabei muß berücksichtigt werden, daß diese wahrscheinlich allesamt Burgen ohne Stein- und Ringmauern waren. Das läßt sich daraus schließen, daß man zwar bei allen Oberflächenfunde wie Topfscherben, Gefäßkeramik, Ofenkacheln, Wandlehmbrocken, Dachziegel oder sogar Nägel und eiserne Pfeilspitzen machte, jedoch keinerlei Spuren etwa von Kellern, Schutthalden eingefallener Mauern oder Mörtelreste aus Kalk und Sand oder gar behauene Steine fand.

Die Burgstelle Tiefenbach ist eine abgegangene Burg 3.000 Meter südwestlich des Ortes Dettingen unter Teck im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Südlich der Vogelhalde (südwestlich von Dettingen) am Südhang eines Tälchens, in Anlehnung an den Bachlauf des Tiefenbachs. Von dieser Hügelburg sind nur noch geringe Reste des Burghügels, eines Walls und eines Grabens zu sehen. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert erbaut, 1269 bis 1377 erwähnt und vor 1450 zerstört. Sie befand sich im Besitz der Kyfer/Küfer. Die Küfer waren Ritter der Herzöge von Teck, später der Grafen von Württemberg. 1377 verlieh Graf Eberhard der Greiner die Burg an Johann von Hochdorf. Da sie danach nicht mehr urkundlich erwähnt wird, wurde sie wohl bereits vor 1450 zerstört. Von der zugehörigen mittelalterlichern Bauernsiedlung Tiefenbach (Diefenbach) ist keine Spur mehr zu finden.

Die Burgstelle Bol ist eine abgegangene Burg bei Dettingen unter Teck im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Die 1275 erwähnte Höhenburg wurde von den Rittern von Bol 1700 Meter westsüdwestlich von Dettingen auf der Spitze einer nach Norden vorspringenden Bergzunge erbaut. Sie war später im Besitz der Ministerialen von Teck und wurde im 14. Jahrhundert zerstört. Die ringförmige Burgstelle hat einen Durchmesser von etwa 20 Metern. Sie ist frei zugänglich, erhalten sind Graben, Wall und Kellermulde.

Die Burgstelle Mansberg ist eine abgegangene Burg südwestlich von Dettingen unter Teck im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Die einstige Niederungsburg lag an der Talseite des Öhmdbaches. Die 1287 erstmals erwähnt und von den Herren von Mansberg erbaute Burg war später im Besitz von Ministerialen. Sie verfiel vor 1450. Die Burganlage bestand aus einem rechteckigem Palas, einer Vorburg und einem Graben auf einer Fläche von 25 x 13 Metern.

Burgstelle Schlossberg auch Burg Dettingen genannt bezeichnet eine abgegangene Burg am westlichen Ortsrand über dem westlichen Ufer der Lauter auf dem Schlossberg bei der Gemeinde Dettingen unter Teck im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Die ehemalige Höhenburg wurde vermutlich im 13. Jahrhundert erbaut und um 1233 erwähnt. Als ehemalige Besitzer werden die Ministerialen von Teck genannt. Die Burg wurde 1525 niedergebrannt. Es sind nur noch Reste des Halsgrabens zu sehen.