Führungen

Von April bis Oktober regelmäßig an jedem 3. Sonntag im Monat nach der "Kirche im Grünen" gegen 11.45 Uhr, Dauer ca. 1 Std. 

Für interessierte Gruppen (Geburtstage, Hochzeiten, Jahrgänge, Jubiläen, Ausflüge, Schulklassen, Firmenveranstaltungen, etc.) bieten wir auch Führungen nach Vereinbarung an.
Schicken Sie uns eine Anfrage per Mail - wir melden uns bei Ihnen.

Die Geschichte der Burg Sperberseck

 

Lage 

Rund 15 km südöstlich von Kirchheim zweigt kurz vor der Ortschaft Gutenberg im Talschluß der Lauter in fast südlicher Richtung ein Seitentälchen in beinahe südlicher Richtung ab, das Donntal. Dort liegt, knapp unterhalb des Traufs, recht abgeschieden und zusätzlich durch den Wald ziemlich verborgen, auf dem nach N vorstoßenden, nach drei Seiten steil abfallenden Bergsporn die Ruine der Burg Sperberseck. Sie ist zwar frei zugänglich. Um zu ihr zu gelangen, muß man jedoch einen Höhenunterschied von 550 m im Tal bis auf 728 m zur Ruine überwinden. Diese Mühen ließen sich weitaus leichter ertragen, wenn man der Höhle knapp unterhalb der Ruine (687 m) einen Besuch abstatten könnte. Dies wäre jedoch nur in der warmen Jahreszeit möglich. Sonst ist sie mit einem Tor verschlossen. Auch ist von der namengebenden Mondmilch nur noch wenig zu bewundern. Diese weißlichen Kalkablagerungen sind sehr emp-findliche Calcitkristalle, die man deshalb nicht berühren sollte. Zudem befindet sich das gesamte Gelände heute lei¬der innerhalb der Kernzone des Biosphärengebiets Schwäbische Alb, und dieser Weg steht der Öffentlichkeit nicht mehr zur Verfügung.

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Burgführer-Exkursion zu Barbara Gonzaga nach Bad Urach

Exkursion zum Heidengraben am 10. Juli 2012
Enthüllung des Denkmals von Friedrich II. auf dem Hohenneuffen

Lebhaft, lehrreich und sehr schön! Die Burgführer-Exkursion ins Schloss nach Bad Urach

Auf dem Programm stand das Leben der Herzogin Barbara Gonzaga im württembergischen Urach und in ihrer Heimat, dem norditalienischen Mantua.
Eine Führung von bestechender Informationsvielfalt war am 12. Mai 2012 Ziel von knapp einem Dutzend Hohenneuffen-Burgführern. Eine junge, sehr versierte Kollegin führte uns durch die Ausstellung. In fast 2 Stunden erfuhren wir sehr viel über die Familie der Herzogin und das Leben am modernen Hof in Mantua. Ein spannender Abriss des ausgehenden Mittelalters und die verschlungenen Wege einer jungen Frau, die als Gemahlin von Graf Eberhard im Bart frischen Wind in die dunklen Täler der schwäbischen Alb brachte. Schön war sie, als sie jung war, und der verliebte Gemahl versuchte, mit einigen baulichen Aktionen der Herzogin das Leben im puritanischen Württemberg so leicht wie möglich zu machen. Der Palmensaal im Schloss in Urach zeugt noch heute von dieser Liebe.
Es war ein wirklich gelungener und informativer Nachmittag. Für alle, die Spaß an Geschichte haben, ist der Ausflug nach Bad Urach wärmstens zu empfehlen. Wir als Burgführer leben gerne mit dem Wissen um die Zusammenhänge und Zustände in alter Zeit und freuen uns natürlich auch auf Ihren Besuch auf dem Hohenneuffen.
Bis bald. Regine Erb

Enthüllung des Denkmals von Friedrich II. auf dem Hohenneuffen am 25. Juli 2012

Anfang Juli letzten Jahres hatte Burgherr Axel Vetter, uns, die Burgführer, relativ kurzfristig zu dieser Denkmal-Aufstellung bzw. Enthüllung im Hof der Burgruine eingeladen. Zwar wollten wir sehr gerne seiner Einladung folgen. Doch diese Veranstaltung war, nicht nur in unseren Augen, sozusagen „halboffiziell" und in der Presse nur durch einen kurzen Artikel in der Nürtinger Zeitung angekündigt, so daß die Skepsis unsererseits doch überwog. Auch schien uns die Beziehung vom großen Stauferkaiser zur damaligen Burg Hohenneuffen nicht gerade sehr eng und innig. Denn es ist nahezu ausgeschlossen, daß Friedrich je den Fuß in die Burg gesetzt hat - ganz im Gegensatz zu seinem Sohn Heinrich (VII.), für den die Burg für einige Zeit vielleicht sogar zu seiner zweiten Heimat wurde.

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Die Sage vom Neuffener Esel

Seit alters her sind die Neuffener die „Esel". Zumindest in den Nachbarorten weiß das (fast) jeder. So wie die Beurener „Mucka", die Owener „Moiekäfer" oder die Oberensinger „Sandhase" sind.

Doch wie kamen die Neuffener zu diesem Spott- oder Necknamen? Das weiß kaum einer; sogar manch alter Neuffener muß da passen. Deshalb hier die Geschichte dazu, die sich im 30-jährigen Krieg auf dem Hohenneuffen zugetragen haben soll, als die Festung bekanntlich fast 15 Monate belagert wurde. . .

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Die Geschichte der Burg Blankenhorn

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Lage

Die Ruine der Burg Blankenhorn befindet sich oberhalb von Eibensbach, einem Ortsteil von Güglingen im Zabergäu im Landkreis Heilbronn (Baden-Württemberg). Die Burgruine steht auf einem vom Stromberg nach Norden vorspringenden, stark bewaldeten Bergsporn südlich von Eibensbach, der knapp 380 m über Meereshöhe liegt. Nach Süden ist die Burg vom Bergmassiv durch zwei Gräben abgeschnitten.

Die Höhenburg wurde vermutlich um 1220/30 durch die Herren von Neuffen erbaut und kam bis 1327 an die Württemberger. Ihren Namen erhielt die Burg vermutlich durch das Wappen der Neuffener, das drei Hörner zeigt. Sie hatte einst strategische Bedeutung am Rennweg, einem alten Höhenweg auf dem Stromberg. Nachdem dieser seine Bedeutung


2009 Dezember Adventon+Blankenhorn 058

verloren hatte, ging auch die Bedeutung der Burg zur Kontrolle und zum Beherrschen dieser ehemals wichtigen Verbindung verloren. Sie wurde im 15. Jahrhundert sich selbst überlassen, verkam, wurde ab 1479 demontiert und als Steinbruch benutzt.

Dennoch fasziniert die einsame Ruine im Wald auch heute noch. Durch einen Hohlweg geht es hinab zum Bergsporn. Der Wanderer kommt an zwei Erdwällen vorbei und steht plötzlich unvermittelt im ehemaligen Graben vor der Umfassungsmauer und der mächtigen Schildmauer. Der Blick nach oben zur Schildmauer ist schon ein ganz besonderer Moment - wie klein kommt sich doch da der Mensch vor...


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Exkursion zu den ehemaligen Burgen im Tiefenbachtal (Bol, Mansberg, Tiefenbach) am 02.04.2011

Die heute abgegangenen Dettinger Burgen waren Gründungen von Niederadeligen aus der Zeit des ausgehenden 13. Jahrhunderts, die Besitz und Rechte von ihren hochadeligen Herren als Lehen erhalten hatten und ihnen dafür als ritterliche Dienstmannen zur Verfügung stehen mußten. Ihre Burgen auf damals nicht mit Wald überzogenem, sondern gerodetem Land sollten ihnen als standesgemäßer Wohnsitz dienen. Deshalb gehörten zwar kleine, aber eben eigene Herrschaftsbereiche dazu, so z.B. insgesamt knapp 600 ha Land, 13 Bauernhöfe und mehrere Fischteiche, von denen heute nur noch der mächtige Damm des Tiefenbacher Sees gut zu sehen ist – wenn man weiß, wo man ihn im Wald suchen muß! Diese Adelssitze, „ohnehin mehr Wirtschaftshöfe als Burgen", konnten sich jedoch nur etwa 150 Jahre halten und konnten den Niedergang ihrer Besitzer nicht aufhalten. So sind heute darüber nur noch wenige schriftliche Unterlagen erhalten und – trotz des Waldes, der alle Anlagen überdeckt, so daß sie in der Vegetationsphase nur sehr schwer zu entdecken sind – immer noch eindrucksvolle Reste ihrer Burgen. Dabei muß berücksichtigt werden, daß diese wahrscheinlich allesamt Burgen ohne Stein- und Ringmauern waren. Das läßt sich daraus schließen, daß man zwar bei allen Oberflächenfunde wie Topfscherben, Gefäßkeramik, Ofenkacheln, Wandlehmbrocken, Dachziegel oder sogar Nägel und eiserne Pfeilspitzen machte, jedoch keinerlei Spuren etwa von Kellern, Schutthalden eingefallener Mauern oder Mörtelreste aus Kalk und Sand oder gar behauene Steine fand.

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Literaturliste zu Neuffen und zum Hohenneuffen

mit Vorgängern, Nachbarorten – ausführlich – in Arbeit

Walter Bär – Der Neuffen

Geschichte und Geschichten, herausgegeben von der Stadt Neuffen, Neuffen 1991

 

Günther Bögel, Neuffen – historische Kleinstadt am Fuße der Schwäbischen Alb

Ein Führer durch die Stadt und ihre Geschichte sowie die des Hohenneuffen, herausgegeben

i. A. der Stadt Neuffen unter Mitarbeit von Dr. Erich Brendle und Walter Bär, Neuffen 1981

 

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Exkursion zu den ehemaligen Burgen im Tiefenbachtal

...  (Bol, Mansberg, Tiefenbach) am 21.04.2013

Die heute abgegangenen Dettinger Burgen waren Gründungen von Niederadeligen aus der Zeit des ausgehenden 13. Jahrhunderts, die Besitz und Rechte von ihren hochadeligen Herren als Lehen erhalten hatten und ihnen dafür als ritterliche Dienstmannen zur Verfügung stehen mussten. Ihre Burgen auf damals nicht mit Wald überzogenem, sondern gerodetem Land sollten ihnen als standesgemäßer Wohnsitz dienen. Deshalb gehörten zwar kleine, aber eben eigene Herrschaftsbereiche dazu, so z.B. insgesamt knapp 600 ha Land, 13 Bauernhöfe und mehrere Fischteiche, von denen heute nur noch der mächtige Damm des Tiefenbacher Sees gut zu sehen ist – wenn man weiß, wo man ihn im Wald suchen muss! Diese Adelssitze, „ohnehin mehr Wirtschaftshöfe als Burgen", konnten sich jedoch nur etwa 150 Jahre halten und konnten den Niedergang ihrer Besitzer nicht aufhalten. So sind heute darüber nur noch wenige schriftliche Unterlagen erhalten und – trotz des Waldes, der alle Anlagen überdeckt, so daß sie in der Vegetationsphase nur sehr schwer zu entdecken sind – immer noch eindrucksvolle Reste ihrer Burgen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass diese wahrscheinlich allesamt Burgen ohne Stein- und Ringmauern waren. Das lässt sich daraus schließen, daß man zwar bei allen Oberflächenfunde wie Topfscherben, Gefäßkeramik, Ofenkacheln, Wandlehmbrocken, Dachziegel oder sogar Nägel und eiserne Pfeilspitzen machte, jedoch keinerlei Spuren etwa von Kellern, Schutthalden eingefallener Mauern oder Mörtelreste aus Kalk und Sand oder gar behauene Steine fand.

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Das Leben in einem Kloster des 13. Jahrhunderts

.. gezeigt am Beispiel des Prämonstratenser-Reichsklosters Ursberg in Bayrisch Schwaben, das einst unter dem Schutz und Schirm der Herren von Weißenhorn-Neuffen stand, sowie seine Geschichte in kurz gefaßter Form.

 

Die Prämonstratenser

Die Prämonstratenser oder, nach ihrem Gründer, die Norbertiner, sind eine katholische Ordensgemeinschaft, die nach den Regeln des Hl. Augustus lebt. Gegründet wurden sie 1120/21 vom Hl. Norbert von Xanten, mit dem Mutterkloster in Prémontré bei Laon in Frankreich. Der Orden erlangte später große Bedeutung durch die Koloni-sation der Ostgebiete von Wenden und Slawen. Er bereitete damit die Besiedelung der Länder östlich von Elbe und Oder durch deutsche Siedler vor.

 

 

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Womit die Ritter kämpften

Ritterliche Bewaffnung und Ausrüstung

Die Ausrüstung eines Ritters veränderte sich im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte und variierte auch von Ritter zu Ritter, je nach Zeitalter, seinem Stand, seiner Herrschaft und seinem Reichtum oder seiner Armut. Zur Ausrüstung eines Ritters und seinem Gefolge gehörten i.a. Rüstung, Schwerter, Stoßlanzen, Speere, Schilder, (drei) Pferde, ein Knappe und meistens auch noch ein Knecht. Die „Rüstungsspirale" drehte sich auch schon im Hochmittelalter und sorgte für immer wirksamere Angriffswaffen. Besonders (Lang-) Bogen, Armbrust und Hellebarde stellten eine echte Bedrohung für die Ritterheere auf dem Schlachtfeld dar.

 

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Gründung des Südwest-Staates - Erste Gespräche auf dem Hohenneuffen

Politische Lage im Südwesten nach 1945

Der Anstoß zur Bildung eines einzigen Staates im deutschen Südwesten ging von den Alliierten aus, die das Land besetzt hatten: Das Gebiet im Südwesten war nach der bedingungslosen Kapitulation 1945 willkürlich, ohne Rücksicht auf geographische, soziale oder wirtschaftliche Verhältnisse, dreigeteilt worden. Die Grenze zwischen amerikanischer und französischer Besatzungszone verlief mitten durch Baden und Württemberg entlang der Autobahn Karlsruhe – Stuttgart – Ulm. Die beiden traditionsreichen Länder sowie das preußische Hohenzollern hatten immerhin fast 150 Jahre Bestand gehabt. Die Amerikaner bastelten aus den von ihnen besetzten Gebieten Nordbaden und Nordwürttemberg das Gebilde Württemberg-Baden mit der Hauptstadt Stuttgart. Allerdings behielt der Landesbezirk Baden innerhalb dieses Gebiets eine weitgehende Verwaltungsautonomie. Die Franzosen machten aus dem Süden Württembergs und Hohenzollern das Land Württemberg-Hohenzollern mit der Hauptstadt Tübingen, und aus dem südbadischen Landesteil wurde Baden mit der Landesmetropole Freiburg. Franzosen und Amerikaner konnten sich nicht über eine gemeinsame Besatzungspolitik verständigen: Den Amerikanern genügte es, daß sich ein wieder handlungsfähig werdendes Deutschland entwickelte, daß seine Schwerindustrie demontiert wurde und föderale Strukturen entstanden. Die Demokratisierung des öffentlichen Lebens machte in Württemberg-Baden rasche Fortschritte.

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Der Tübinger Vertrag – Voraussetzungen und Inhalt

Voraussetzungen und Hintergrund

Als der 15jährige Ulrich von Württemberg 1503 von Kaiser Maximilian I. vorzeitig für mündig erklärt wird, ist trotz oder auch gerade wegen der Herrschaft des wenige Jahre zuvor verstorbenen Grafen und Herzogs Eberhard im Barte das württembergische Ländle praktisch pleite. Der jugendliche Herrscher und Sohn des erblich vorbelasteten Vaters („der tolle Heinrich“) stürzt das Land durch seine fünf großen Vorlieben und Leidenschaften noch tiefer ins Unglück. Unter ihm wird 1504 übrigens der Hohenneuffen Staatsgefängnis, was ich gestern vergaß zu erwähnen. Eine dieser Leidenschaften ist die Rauf- und Streitlust, und so beteiligt sich Württemberg auf Seiten des Kaisers und des Schwäbischen Bundes am Landshuter Erbfolgekrieg gegen den Pfalzgrafen Ruprecht. Dabei erhält das Land zwar stattliche neue Gebiete (z.B. Kloster Maulbronn, Löwenstein, die Herrschaft Heidenheim mit dem Kloster Königsbronn mit den damals im Entstehen begrif-fenen Hüttenwerken, Herbrechtingen und Anhausen), muß dafür aber auch ziemlich bluten. Noch 10 Jahre später hält die Opposition Ulrich nicht ganz zu Unrecht vor, „im pfälzischen Krieg sei ein ungeheuer Maas fürgenommen worden, daran man noch zu däuen habe“. Da diese Schulden wie immer auf die verschie-denen Ämter umgelegt werden, muß auch das Amt Neuffen mitdäuen!

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Sommerferienprogramm 2011

Sommerferienprogramm 2011: Alte Ritter und geheime Gänge

Heribert Sauter von den Hohenneuffen-Burgführern hatte sich zu dieser Führung bereiterklärt, wofür ihm, auch im Namen der beteiligten Kinder, ganz herzlich gedankt sei. Er berichtet:

Im Rahmen des Neuffener Sommerferienprogramms traf sich am Montag, dem 9. September 2011, der größte Teil der angemeldeten Kinder und Jugendlichen auf dem Hohenneuffen zu einer Burgführung. Wohl wegen des regnerischen Wetters hatten einige noch kurzfristig abgesagt, dafür waren aber 6 Eltern mitgekommen. Gemeinsam wollte man die altehrwürdige Ruine auf den Spuren der Ritter erforschen.

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Gewichte, Maße, Währungen

Allgemeines

Einleitung

Münzen, Maße und Gewichte konnten von Herrschaft zu Herrschaft – und damit sogar von Nachbarort zu Nachbarort – verschieden sein – und das, obwohl sie die gleichen Namen hatten und, was die Münzen betrifft, womöglich sogar genau gleich aussahen! So gab es immer wieder schon allein aus diesem Grunde Streitigkeiten über das „richtige Maß und Gewicht“. Aber natürlich auch deshalb, weil unehrliche, nur auf Betrug und eigenen Gewinn bedachte Charaktere eigentlich geeichte Maßstäbe und Gewichtssteine veränderten. Auch Münzbetrug kam immer wieder vor. Doch der wurde oft mit allerhöchstem staatlichen Segen betrieben – erinnert sei hier nur an die Münzverschlechterung unter Herzog Ulrich von Württemberg, die u.a. zum Aufstand des Armen Konrad führte, einem Vorläufer des großen deutschen Bauernkriegs, oder an den uns allen wohlbekannten Finanzier Herzog Karl Alexanders, Süß Oppenheimer, der nicht nur die Steuerschraube immer stärker anzog und immer neue Abgaben erfand, sondern der zu Gunsten seines Herrn, aber zu Lasten von dessen Volk, auch immer mehr immer wertlosere Münzen prägen ließ. Ähnliches mußten die Untertanen des Deutschen Reiches etliche Jahrzehnte später mitmachen – freilich wurden jetzt statt Mün-zen Scheine in so großer Zahl gedruckt (wie bekannt, ja auch in Neuffen), daß – ausweislich des TB-Kassen-buches – ein Ei 20 Millionen kostete! Und man deshalb wieder wie früher sehr gerne mit Naturalien (Kirschengeist) bezahlte (s.u.).

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Güterstein

1. Die Kartause Güterstein (nach Deigendesch)


Die Kartause Güterstein war eine Kartause bei Bad Urach. Der Name Güterstein taucht allerdings erst gegen Ende des 14. Jahrhunderts in den Quellen auf. Sie erreicht man, wenn man bei der ehemaligen Station „Wasserfall" nach Südwesten ins „Maisental" abbiegt, dann nicht den Weg zum Uracher Was-serfall nimmt, sondern schräg rechts zu den Gestütsgebäuden abzweigt und dahinter den beschilderten Steig den Abhang hinaufwandert.

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Feldmesser

Untergänger, Untergangsgerichte, Siebener

Karl-Heinz Hentschel, Karlsruhe

Die ersten  allgemeinen Abmarkungen mit Grenzsteinen wurden vermutlich im frühen 14. , vereinzelt schon im 13. Jahrhundert vorgenommen. Nachdem es noch keine Flußregulierungen gab, mußte sich sehr rasch gezeigt haben, daß Grenzsteine durch Hochwasser, Unwetter und Erdbewegungen, aber auch durch Unachtsamkeit bei der Feldbestellung verloren gingen. Hierdurchergaben sich unsichtbare oder strittige Grenzverläufe, die immer wieder zu bereinigen waren. Um diesen Mißständen vorzubeugen und fehlende Grenzpunkte wieder aufzufinden, war Abhilfe vonnöten. Im Zweifel sollte die Entscheidung aber nicht einfach nur den Vermessern überlassen bleiben.

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