Führungen

Von April bis Oktober regelmäßig an jedem 3. Sonntag im Monat nach der "Kirche im Grünen" gegen 11.45 Uhr, Dauer ca. 1 Std. 

Für interessierte Gruppen (Geburtstage, Hochzeiten, Jahrgänge, Jubiläen, Ausflüge, Schulklassen, Firmenveranstaltungen, etc.) bieten wir auch Führungen nach Vereinbarung an.
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Burgvögte und Festungskommandanten auf dem Hohenneuffen

Zuerst hießen die obersten Befehlshaber auf der Burg Burgvogt, später, ab 1562, Hauptmann und im 17. Jahrhundert dann Kommandant. Zunächst waren dies nur Männer von Adel, danach zum großen Teil Bürgerliche, manchmal sogar von sehr geringem Stande. Im 18. Jahrhundert erhielten ausnahmslos höhere Offiziere die Kommandantenstelle.

*) waren Burgvogt / Kommandant auf mehreren Festungen. Kursiv = nicht sicher (?) = ungeklärt

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Die württembergischen Landesfestungen und der Hohenneuffen von 1534 bis 1800

Ausbau der Grafenburg (erweiterte Ritterburg) zu einer zeitgemäßen, modernen Festung

Ansicht Hohenneuffen_1250_Zeichnung_MediumEinerseits bedingt durch die Erfindung des Schießpulvers und dessen Verwendung in der Artillerie mit der Weiterentwicklung dieser Waffentechnik (weiterreichende Kanonen mit immer größerem Kaliber, durchschlagskräftigere Kugeln aus Stein und Metall) und andererseits zum Schutze des württembergischen Stammlandes, des mittleren Neckarraums, gegen Osten und Südosten, erfolgte ein größerer Umbau und Ausbau der Burg zu einer der 5 württembergischen modernen Landesfestungen - Hohentwiel, Hohentübingen, Hohenurach, Hohenneuffen (vgl. Hohenneuffen-Modell mit Beschreibung im Stadtmuseum Neuffen, Skizzen der verschiedenen Bauphasen im Buch von Walter Bär: Der Neuffen), Hohenasperg - und den 2 festen (= befestigten) Städten Kirchheim und Schorndorf. Der Ausbau wurde nach den damaligen modernsten Erkenntnissen der Festungsbaukunst vorgenommen, die erstmals bei der bayerischen Festung Ingolstadt und bei den hessischen Festungen Kassel und Ziegenhain angewandt wurden. Es dauerte mehr als 10 Jahre, bis der Hohenneuffen der neuen Waffen- und Verteidigungstechnik angepaßt war.

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Die Gefangenen auf dem Hohenneuffen – Schicksale kleiner Leute und hoher Herren

1449

Graf Ulrich V. sucht viele kleine und größere kriegerische Auseinandersetzungen, so greift er die Reichs-stadt Esslingen an, die die stärkste Stadtbefestigung zu dieser Zeit im süddeutschen Raum besitzt, und deckt sie mit 81 Kanonenschüssen ein. Kein Wunder, daß deren Verbündete, die Gmünder, Reutlinger und Ulmer, im Gegenzug sengend und brennend Ulrichs Gebiet verheeren. Erneut werden Äcker und Felder zerstört und Weinstöcke herausgerissen; man will die wirtschaftlichen Grundlagen des Gegners vernichten. Bei dieser Gelegenheit versuchen sich die Gmünder am Hohenneuffen. Doch nach einem Ausfall der Be-satzung, bei dem 65 Gmünder (oder Verteidiger? Oder beide?) gefangen worden und 34 gefallen sein sollen, ziehen die Angreifer unverrichteter Dinge wieder ab. Ein Jahr später schließen die verfeindeten Parteien Frieden mit einander.

 

22. 9. 1494

Der Neuffener Bürder Ludwig Doldin (Dolde) wegen „verbotenen Waidwerks, Schießens und Fallenlegens" im landesherrlichen Forst im Uracher Amt gefangen genommen, muß Urfehde schwören, eidlich geloben, zeitlebens kein Waidwerk mehr zu treiben und dafür 12 Bürgen stellen – und kommt damit noch glimpflich davon. Im gleichen Jahr wird Hanns Gewß aus Beuren ergriffen, weil er einen Hirsch geschossen, ein Rehkitz erlegt und von andern einen Teil eines Rehes erhalten hat. Ob die beiden auf dem Hohenneuffen gefangen saßen, ist nicht bekannt, aber sehr unwahrscheinlich.

 

1498

Conrad Holzinger, ein ehemaliger Kapuzinermönch, zuerst selbsternannter, später tatsächlicher Kanzler Herzog Eberhards des Jüngeren, wird wegen seiner „verderblichen Anschläge und Machenschaften" zu-gunsten seines Herrn zunächst 7 Jahre in Tübingen eingekerkert, nach der Absetzung des Herzogs durch den Landtag auf dem Hohenneuffen gefangen gesetzt. Alsbald an das bischöfliche Ordinariat in Konstanz ausgeliefert, wird er dort vor Gericht gestellt und wegen des höchsten Verbrechens gegen seinen Orden mit der Beförderung „ad pacem" (zum ewigen Frieden) verurteilt, der lebenslangen Einmauerung bei Was-ser und Brot.

 

1502

Der junge, 23jährige, frisch vermählte Graf Friedrich III. von Helfenstein, aus nichtigem Anlaß als Gefange-ner auf dem Hohenneuffen, unternimmt einen Fluchtversuch und stürzt dabei zu Tode.

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Herren von Neuffen im Hochmittelalter

IMG 6357_MediumZu Beginn des Hochmittelalters begann der Adel sich aus den Tälern in die höher gelegenen Bereiche der Schwäbischen Alb zurückzuziehen. Der steil abfallende Albtrauf bot ein ideales Gelände für den aufkommenden Burgenbau aus Stein. Allein am Albtrauf sind in dieser Zeit mehr als 250 Höhenburgen entstanden. Der Hohenneuffen war eine von ihnen. Dass die Lage hervorragend gewählt war, bezeugen uns einige fehlgeschlagene Belagerungsversuche aus verschiedenen Jahrhunderten. Jedoch war der Hohenneuffen wahrscheinlich nicht erst im ausgehenden 12. Jh. bebaut worden, sondern schon einige Zeit früher. Vielleicht stand dort schon eine der vielen Motten (Holzburgen), die im Hochmittelalter üblich und weit verbreitet waren (Vermutung v. R.).

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Die Burgruine Hohenneuffen heute

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•  ist die größte Ruine der Schwäbischen Alb,

•  ist nach dem Hohentwiel bei Singen die zweitgrößte Burganlage in Süddeutschland,

•  ist mit knapp 350.000 Besuchern ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel,

•  ist geographisch interessant wegen der Spornlage am Steilabfall der Alb,

•  ist geologisch aufschlußreich wegen des hier einst befindlichen Jurameeres mit seinen Funden, wegen des „Schwäbischen  Vulkanes“ und der damit verbundenen „Geothermischen Tiefenstufe“,

•  ist vor- und frühgeschichtlich interessant wegen des in nur 1 km entfernten keltischen Oppidums „Heidengraben“. Am Hang des Hohenneuffen wurde ein Brustgehänge aus Bronze aus der Urnenfeldzeit ( ca. 800 v. Christus) gefunden,

•  wird auch bezeichnet als die „Wiege des Landes BW“,  weil hier oben in einem Dreiländertreffen Vorgespräche geführt wurden, die 1952 zur Gründung des Bundeslandes Baden-Württemberg geführt haben,

•  ist „historischer Boden“ wegen der 900-jährigen Burggeschichte mit vielen Höhen und Tiefen, wobei die größte Bedeutung der Burg während der Teilung Württembergs(1444 – 1448) war, als sie vorübergehend württembergische Residenz wurde (Graf Eberhard der Jüngere),

•  ist heute bekannt für Rittermahlzeiten, Candlelight-Dinner und Parties aller Art mit exzellenter Gastronomie,

•  wird immer beliebter wegen des beeindruckenden Ambientes als Stätte von Jubiläen, Jahrgangstreffs, Firmenausflügen, aber auch privaten Festen und Feier.

•  ist auch sonst kulturell und kirchlich bekannt wegen des Kultursommerprogramms und der „Kirche im Grünen“.


 

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Kurz:  Der Hohenneuffen lohnt heute immer einen Besuch, sei es nun nur ein Abstecher, ein Ausflug oder aber ein richtiger Urlaubsaufenthalt in Neuffen oder Umgebung, egal bei welchem Wetter, egal ob im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter.

Die Hochadeligen Herren von Neuffen (Neifen / Nifen) – Kurzfassung

Das bedeutende mittelalterliche Hochadelsgeschlecht der Herren von Nifen wird erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1198.

Darin wird Heinrich von Nifen als Besitzer von Burg und Herrschaft Nifen genannt. Er hatte ein sehr gutes Verhältnis zu den Staufern, besonders zu Kaiser Friedrich II., dem Enkel Barbarossas. Er begleitete 1211/1212 den 16jährigen Friedrich von Süditalien zur Königskrönung nach Deutschland. Später wurde Friedrich zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt.

Die Söhne Heinrich und Albert von Neifen nahmen am dritten Kreuzzug mit Friedrich II teil.

Berthold und Albert begleiten Konradin, den letzten Staufer nach Italien, wo er 1267 in Neapel enthauptet wurde.

Berthold von Nifen wurde Bischof von Brixen.

Gottfried von Nifen (1213 – 1270) wurde zu seiner Zeit als ein ganz Großer des deutschen Minnegesangs angesehen und ist mit 51 Liedern in der „Manesse“, der Großen Heidelberger Liederhandschrift, vertreten.

Gottfried und sein Bruder Heinrich gerieten in die Streitigkeiten zwischen Kaiser Friedrich II. und dessen Sohn König Heinrich (VII.). In der Schlacht im Swiggerstal, dem heutigen Ermstal, unterlagen die beiden Neuffener, die auf der Seite des jungen Königs mitkämpften. Sie mußten Gebiete abtreten ( Achalm – Gammertingen) und eine hohe Geldstrafe bezahlen. Aber schlimmer war: Von da ab spielten die Neuffener in der Politik keine Rolle mehr.

ca. 1295 starben die Neuffener in der männlichen Linie aus.

1301 kaufte Eberhard I. von Württemberg Burg und Herrschaft Neuffen, das damit für 500 Jahre an das Haus Württemberg fiel, für 7.000 Pfund Heller (nach heutigem Wert ca. 8.500 Mark).

Gottfried von Neuffen und die Mannessische Liederhandschrift

Stammbaum der Herren von Neuffen und wichtigste Vertreter

Der Stammbaum der Herren von Neuffen geht auf eine Arbeit von Hans-Martin Maurer zurück, der sich erstmals eingehender mit den Wurzeln der hochadeligen Familie derer von Neuffen befaßt hat.

Er zeigt die Ursprünge der Neuffener auf, die auf ein Adelsgeschlecht aus Obersulmetingen zurückgehen. Unter Berthold von Sulmetingen-Böhringen-Sperberseck wird die Burg Sperberseck oberhalb des Dontales erbaut. Sulmetingen ist heute ein kleiner Ort südlich von Ulm. Dessen Sohn Manegold von Sulmetingen-Nyfen gilt als Erbauer des Hohenneuffen. Berthold d.Ä. der Sperbersecker Linie war 1092 schwäbischer Bannerträger, sein Sohn Berthold d.J. unternahm um 1135 eine Jerusalemreise. Die Kinder Mangolds waren Egino (Comes de Niphan), Machtilt (de Nipihn), Ulrich und Leutfried. Ob der von 1160 bis 1222 urkundlich bezeugte Berthold von Weißenhorn-Neuffen ein Sohn oder Enkel des letzteren war, bleibt ungewiß. Auf alle Fälle war der als »Graf« bezeichnete Berthold ein herausragender Vertreter seines Geschlechts. Zu seinem Ansehen maßgeblich begetragen hatte seine Heirat mit Adelheid von Achalm-Gammertingen-Hettingen, einer Nachfahrin der Grafen von Achalm-Gammertingen und der Grafen von Dillingen, die ihm nicht nur Besitz der Grafen von Achalm/Gammertingen, sondern auch Reputation am Kaiserhofe eingebracht hatte. Durch seine Bildung und sein Auftreten gelang es ihm, dieses Ansehen weiter zu mehren. Seine Kinder hießen: Heinrich, Berthold, Mathilde, Adelheid und Albert. Letzterer war der Begründer der bayrisch-schwäbischen Linie der Neuffener. Seinem Sohn Berthold gelang, was der Neuffener Linie immer verwehrt blieb: durch Heirat mit einer Erbin der Grafen von Marstetten erhält er den Grafentitel. Sein Sohn Gottfried war Pfarrer in Weißenhorn und seit 1305 Domkapitular in Augsburg, sein Enkel Berthold von Graisbach-Marstetten Generalprokurator von Bayern und Reichsstadthalter. Da er keinen männlichen Nachkommen hatte, starb mit ihm die bayrische Linie aus. Anna, eine Tochter, ehelichte Herzog Friedrich, den Enkel des bayrischen Kaisers.

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