Führungen

Von April bis Oktober regelmäßig an jedem 3. Sonntag im Monat nach der "Kirche im Grünen" gegen 11.45 Uhr, Dauer ca. 1 Std. 

Für interessierte Gruppen (Geburtstage, Hochzeiten, Jahrgänge, Jubiläen, Ausflüge, Schulklassen, Firmenveranstaltungen, etc.) bieten wir auch Führungen nach Vereinbarung an.
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Vortrag: Grenzen – Zeugensteine – GPS – mit Ausstellung

Am Dienstag fand im Melchior-Jäger-Haus ein Vortrag über dieses recht unbekannte, aber dennoch äußerst interessante Thema als VHS-Veranstaltung statt. Der Referent des Abends, unser aktives Mitglied Konrad Malin, hatte dazu nicht nur einen kurzweiligen Vortrag vorbereitet, sondern auch eine kleine, aber feine Ausstellung zusammengestellt. Dazu waren mehrere Karten unseres Gebietes um Neuffen herum ausgelegt, die von allen gebührend bewundert wurden.

 

Das ging von der berühmten Peutinger-Karte mit den europäischen Römerstraßen über Blätter aus dem Gadner-Atlas von 1596 mit der Einteilung in Forste (z.B. dem Kirchheimer Forst, in dem Neuffen liegt), über die Boller Landtafel (eine Holzschnitt-Karte von 1602), das großartige Kiesersche Kartenwerk (gefertigt von 1680 bis 1687), in dem Wälder, Felder und fast alle Orte Württembergs aufzufinden sind (Neuffen leider nicht!), bis hin zu den modernen Messtisch-Blättern im Maßstab 1:25.000. Ein Highligt waren aber auch die zahlreichen Zeugensteine aus der Gegend, die in einer Vitrine zu besichtigen waren. Sie wurden beim Setzen von Grenzsteinen mehr oder weniger heimlich vom „Untergänger" vergraben und sollten den Standort des jeweiligen Grenzsteines „bezeugen".

Dazu wusste Konrad Malin vieles über die Geschichte der Karten und Atlanten zu berichten, ausgehend von der „Landnahme" unserer frühesten Vorfahren. Kenntnisreich arbeitete er sich danach über die verschiedenen Karten und Kartenwerke Württembergs bis in die Gegenwart mit Luftaufnahmen und GPS-Funktion vor. Dabei kam beispielsweise zur Sprache, dass der Ausgangsort zur heute unverzichtbaren Triangulation bei der modernen Landvermessung bei uns im Ländle liegt: es ist die schnurgerade Straße vom Schloss Solitude nach Ludwigsburg, die mit exakt 13.032,7 m vermessen wurde.

Der kurzweilige Vortrag fand im Anschluss seine Fortsetzung in einer kleinen Weinverkostung, bei der einzelne Themen noch vertieft werden konnten. Da diese Art der Präsentation bei den erstaunlich zahlreich erschienenen Teilnehmern sehr gut ankam, ist daran gedacht, die noch etwas zu erweiternde Ausstellung über einen längeren Zeitraum auch im Stadtmuseum Neuffen im „Großen Haus" zu zeigen.