Führungen

Von April bis Oktober regelmäßig an jedem 3. Sonntag im Monat nach der "Kirche im Grünen" gegen 11.45 Uhr, Dauer ca. 1 Std. 

Für interessierte Gruppen (Geburtstage, Hochzeiten, Jahrgänge, Jubiläen, Ausflüge, Schulklassen, Firmenveranstaltungen, etc.) bieten wir auch Führungen nach Vereinbarung an.
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Die Weide auf dem Hohenneuffen

Die Weide auf dem Hohenneuffen

Gänse Foto A.Palesch NeuffenDer Verfasser dieses schnell gereimten Gedichtes ist der Reallehrer Schuster aus Neuffen, von dem es auch eine Gedichtsammlung gibt: „Erinnerung an den Hohenneuffen, 1883“. Er war ein begeisterter (Hohen-) Neuffen-Freund und wechselte bei Sonnenschein mit dem Nürtinger Bleicherei-Inhaber August Maier vom Hohenneuffen herunter Signale per Spiegel!

 

Dieses Gedicht verdanken wir dem Umstand, daß Schuster öfter Begleiter von Besuchern der Burgruine war - heute würde man ihn „Burgführer“ titulieren -, so auch dieser Mädchenschar, aus deren Mitte er um ein „Gedicht zum Andenken“ gebeten wurde. Er ging dann auf die Seite und kam mit diesem Gedicht zurück, das er rasch erdacht hatte und sogleich vortrug. Dessen Wirkung war allerdings süßsaure Heiterkeit!

 

Diese Zeiten sind sicherlich vorbei – erstens gibt es wohl kaum noch reine Mädchenklassen, die den Hohenneuffen besuchen. Und dann begnügen sie sich sicherlich nicht damit, bei der Rast Sauerampfer zu kauen. Das muß mindestens ein Schokoriegel oder ein süßes Stückle sein. Und ein Gedicht zur Erinnerung erbeten sie gleich gar nicht, solange jede nur ihr Handy mit einem geladenen Akku bei sich trägt. Dennoch kann es auch heute noch vorkommen, daß eine Burgführerin mitten im Burghof die schwäbische Hymne „Preisend mit viel schönen Reden“ anstimmt und daß die ganze Gästeschar voller Inbrunst einfällt und bis zur letzten Strophe mithält . . .

 

 

Der historische Hintergrund

 

Auch und gerade heutzutage ist die Weihnachtsgans ein beliebtes Festessen an Heiligabend oder am 1. oder 2. Weihnachtsfeiertag. Dabei geht die Geschichte dieses Gänsebratens auf den katholischenBrauch zurück, vor Beginn deradventlichenFastenzeit am 11. November zum Gedenken an St. Martin eine Martinsgans zu essen. Erst an Heiligabend endete die Fastenzeit, und es durfte dann wieder eine Gans als Festtagsbraten zubereitet werden. Ursprünglich wurde der Gänsebraten im Mittelalter neben dem Martinstag auch schon am 29. September, dem Michaelistag, zu Ehren des Erzengels Michaelgegessen. Das traditionelle Weihnachtsessen

 

damals war seit dem Mittelalter ein Schweinebraten, der am 25. Dezember nach der Christmette verspeist wurde. Der 24. war im Mittelalter ein strenger Fastentag, und es durfte lediglich Fisch, vor allem der Weihnachtskarpfen, gegessen werden. Die einfachen Leute und Bauern konnten sich freilich als Festspeise nur Blut- und Leberwürste leisten. Erst mit wachsendem Wohlstand während der Industrialisierung wurde schließlich dieses Mettenmahl von dem weitaus festlicheren Gänsebraten abgelöst, dennoch werden bis in die Gegenwart traditionell in vielen Familien Würste oder Schweinebraten als Weihnachtsessen verspeist.

 

Der Ursprung der Weihnachtsgans soll auf eine Legende zurückgehen. Die englische Königin Elizabeth I. verspeiste zur Weihnachtszeit gerade eine Gans, als die Nachricht eintraf, daß die spanische Armada bezwungen worden sei. Aus Freude über diesen Sieg und als Zeichen eines guten Omens soll sie daraufhin die Gans zum Weihnachtsbraten erkoren haben. Der Brauch soll sich dann auch auf dem europäischen Kontinent ausgebreitet haben. Heutzutage ist der traditionelle Weihnachtsbraten inGroßbritannien nicht mehr die Gans, sondern der Truthahn.

 

Eine andere Version besagt, daß verschiedenen Feinschmeckern der triste Weihnachtskarpfen zu wenig festlich erschienen sein soll und sie deshalb darauf hinwirkten, daß Gänse wegen ihrer Affinität zu Wasser im Sinne der Gebote als Fische zu gelten hätten! Da Fische in der Fastenzeit zu den erlaubten Speisen gehörten, wurde im Mittelalter der Begriff Fisch sehr großzügig ausgelegt. So wurden nicht nur Muscheln, Krebse und Wale als Fische bezeichnet, sondern auch andere Tierarten, die ihren Lebensraum an Gewässer angepasst haben. Darunter fielen beispielsweise Enten, Papageientaucher, Biber und eben Gänse. Diese umstrittenen Auslegungen wurden aber schon zu jener Zeit bezweifelt. So stellte Kaiser Friedrich II. in Frage, ob manWeißwangengänse als Fische bezeichnen könne. Nach damaliger Vorstellung wuchsen Fische in Muscheln heran, und er bezweifelte, daß diese Gänseart, die sich erst im Herbst an der Küste Nordeuropas einfindet und deren Brutverhalten deshalb nicht beobachtet werden konnte, wie Fische aufwuchsen und man sie deshalb auch so nennen könne.

 

Allen Burgführern und deren Angehörigen, aber auch allen anderen Neuffener Bürgern, besonders natürlich jenen, die geschichtlich interessiert sind, wünschen wir ein paar besinnliche adventliche Tage, ein fröhliches Weihnachtsfest, gute Erholung in den Urlaubs- bzw. Ferientagen sowie einen guten Rutsch und schon heute ein glückliches und zufriedenes neues Jahr!